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Winterkrieg
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Winterkrieg

Karelische Landenge
1. Summa – Taipale (Kelja) – 2. Summa – Honkaniemi – Wiborg Bucht

Ladoga-Karelien

Kainuu
Suomussalmi (Raate Straße) – Kuhmo

Lappland
Salla – Petsamo

Der Winterkrieg (finnisch talvisota, schwedisch vinterkriget, russisch Đ—ĐžĐŒĐœŃŃ ĐČĐŸĐčĐœĐ° Simnjaja woina) wurde vom 30. November 1939 bis zum 13. MĂ€rz 1940 zwischen der Sowjetunion und Finnland ausgetragen. Er wird auch als sowjetisch-finnischer Krieg (russisch ĐĄĐŸĐČДтсĐșĐŸ-Ń„ĐžĐœŃĐșая ĐČĐŸĐčĐœĐ° Sowetsko-finskaja wojna) oder „sowjetisch-finnlĂ€ndischer Krieg“ (russisch ĐĄĐŸĐČДтсĐșĐŸ-Ń„ĐžĐœĐ»ŃĐœĐŽŃĐșая ĐČĐŸĐčĐœĐ° Sowetsko-finljandskaja wojna) bezeichnet.

Im Herbst 1939 hatte die Sowjetunion ihr Nachbarland Finnland mit Gebietsforderungen in der Karelischen Landenge konfrontiert und sie mit unabdingbaren Sicherheitsinteressen fĂŒr die Stadt Leningrad begrĂŒndet. Nachdem Finnland die Forderungen abgelehnt hatte, griff die Rote Armee das Land am 30. November 1939 an.

UrsprĂŒngliches Kriegsziel der Sowjetunion war vermutlich die Besetzung des gesamten finnischen Staatsgebiets gemĂ€ĂŸ dem Ribbentrop-Molotow-Pakt. Der Angriff wurde aber von den zahlen- wie materialmĂ€ĂŸig erheblich unterlegenen finnischen StreitkrĂ€ften zunĂ€chst gestoppt. Erst nach umfassenden Umgruppierungen und VerstĂ€rkungen konnte die Rote Armee im Februar 1940 eine entscheidende Offensive beginnen und die finnischen Stellungen durchbrechen. Am 13. MĂ€rz 1940 beendeten die Parteien den Krieg mit dem Friedensvertrag von Moskau. Finnland konnte seine UnabhĂ€ngigkeit wahren, musste aber erhebliche territoriale ZugestĂ€ndnisse machen, insbesondere große Teile Kareliens abtreten.

Rund 70.000 Finnen wurden in dem Konflikt verwundet oder getötet. Die GrĂ¶ĂŸenordnung der sowjetischen Verluste ist umstritten; sie wird auf ein Vielfaches geschĂ€tzt. Der Kriegsverlauf offenbarte SchwĂ€chen in der Roten Armee, die einerseits die sowjetische FĂŒhrung zu umfassenden Reformen veranlassten und andererseits im Deutschen Reich zu einer folgenreichen UnterschĂ€tzung der militĂ€rischen StĂ€rke der Sowjetunion beitrugen. In Finnland halfen die militĂ€rischen Abwehrerfolge, die im Finnischen BĂŒrgerkrieg zu Tage getretene gesellschaftliche Spaltung abzumildern.

Contents

‱ Verlauf
‱ Folgen
‱ Kriegsopfer
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Ursachen und Ausgangslage

Vorgeschichte aus finnischer Sicht

Finnland war ab 1809 als GroßfĂŒrstentum in das Russische Kaiserreich integriert. Die Finnen bewahrten sich gegenĂŒber mehreren Versuchen der Russifizierung ihre kulturelle EigenstĂ€ndigkeit und gewisse politische Autonomie innerhalb des autokratischen Systems. Die finnische UnabhĂ€ngigkeitsbewegung erstarkte nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Als das Russische Reich nach der Oktoberrevolution und der MachtĂŒbernahme der Bolschewiki im Russischen BĂŒrgerkrieg versank, erklĂ€rte Finnland im Dezember 1917 seine UnabhĂ€ngigkeit. Da Lenin die finnische SelbststĂ€ndigkeit im Gegensatz zu den Weißen Armeen in Russland nicht als Bedrohung fĂŒr die sowjetische Herrschaft sah, erkannte er Finnland im Januar 1918 als souverĂ€nen Staat an.cite-ref-1[1]

Das unabhĂ€ngige Finnland wurde kurz darauf von einem BĂŒrgerkrieg erschĂŒttert, ausgelöst durch einen Umsturzversuch sozialistischer KrĂ€fte mit UnterstĂŒtzung der russischen Bolschewiki. BĂŒrgerlichen KrĂ€ften unter FĂŒhrung von Carl Gustaf Emil Mannerheim gelang es mit deutscher Hilfe, den Krieg fĂŒr sich zu entscheiden. Der grĂ¶ĂŸte Teil der sozialistischen FĂŒhrung floh nach Russland. Das bĂŒrgerliche Finnland interpretierte den BĂŒrgerkrieg in erster Linie als Freiheitskrieg gegen Russland. Die Beziehungen der beiden Staaten blieben in der Folge weiter angespannt. Besonders trugen hierzu Bestrebungen zur Schaffung eines Großfinnland und damit verbundene GebietsansprĂŒche gegenĂŒber dem östlichen Nachbarn bei. In mehreren OstkriegszĂŒgen zwischen 1918 und 1920 versuchten irregulĂ€re finnische MilitĂ€rverbĂ€nde erfolglos, die sowjetischen Teile Kareliens Finnland einzugliedern. 1920 besiegelten beide Staaten im Frieden von Dorpat das Ende der Feindseligkeiten. Der großfinnische Gedanke lebte jedoch weiter. Die 1922 gegrĂŒndete Akademische Kareliengesellschaft (Akateeminen Karjala-Seura), der zahlreiche prominente Personen aus Politik und Wissenschaft angehörten, betrieb offen Propaganda fĂŒr den Anschluss Ostkareliens.cite-ref-2[2]

Die Beziehungen der beiden LĂ€nder in der Folgezeit waren „korrekt, aber kĂŒhl“.cite-ref-3[3] Anfang 1932 schlossen die Nachbarn einen Nichtangriffspakt. Das gegenseitige Misstrauen konnte dadurch aber kaum abgebaut werden. Im sich zuspitzenden Interessengegensatz zwischen der Sowjetunion und Deutschland versuchte Stalin vergeblich, Finnland durch weitere VertrĂ€ge enger an sich zu binden. Die Zuordnung Finnlands zum kapitalistischen Lager, die Propaganda der Akademischen Kareliengesellschaft sowie die betont deutschfreundlichen AktivitĂ€ten der faschistischen Lapua-Bewegung trugen zum Wachsen der Spannungen bei.cite-ref-4[4]

In Finnland hatten der BĂŒrgerkrieg und der gegenseitige Terror zwischen „Roten“ und „Weißen“ eine tiefe Spaltung der Gesellschaft hinterlassen. Erst in den 1930er Jahren, besonders nach der Wahl von Kyösti Kallio zum PrĂ€sidenten 1937, begann eine Versöhnungspolitik im Land zu greifen. Im selben Jahr wurde die Sozialdemokratische Partei Finnlands unter MinisterprĂ€sident Aimo Kaarlo Cajander erstmals seit dem BĂŒrgerkrieg an einer Regierung beteiligt.cite-ref-5[5] Auch der ehemalige „weiße General“ Mannerheim warb fĂŒr die Überwindung der GrĂ€ben. Zum Jahrestag der Beendigung des BĂŒrgerkriegs im Mai 1933 erklĂ€rte er:

„Ein vaterlĂ€ndischer Geist, dessen Ausdruck der Verteidigungswille ist und der Entschluss, wie ein Mann in der Linie zu stehen, wenn dieses Land einmal verteidigt werden muss, das ist alles, was wir fordern, und wir brauchen nicht mehr zu fragen, wer vor fĂŒnfzehn Jahren jeweils wo gewesen ist.“cite-ref-6[6]

Die Ausgangslage aus Sicht der Sowjetunion

Aus Sicht der Sowjetunion war die Beziehung zu Finnland 1939 angespannt und von Misstrauen geprĂ€gt. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden LĂ€ndern waren trotz der langen gemeinsamen Grenze minimal, die sowjetische Regierung nahm großen Anstoß an der UnterdrĂŒckung der finnischen Kommunisten. Inspiriert von der Großfinnland-Ideologie hatten Tausende finnische Freiwillige zwischen 1918 und 1922 an gleich mehreren KriegsschauplĂ€tzen aktiv gegen Sowjetrussland gekĂ€mpft. So griffen zahlreiche finnische Freiwillige in den estnischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg ein und unternahmen an anderer Stelle drei MilitĂ€rexpeditionen in das sowjetrussische Karelien, die teilweise erst nach Monaten niedergeschlagen werden konnten. Des Weiteren unterstĂŒtzten finnische Freiwillige separatistische AufstĂ€nde in Ostkarelien und Nordingermanland. Mit Nordingermanland hatten 1920 fĂŒr einige Monate pro-finnische Separatisten ein Gebiet in geringer Entfernung von Leningrad kontrolliert. Die Sowjetunion sah die Stadt im Falle eines Kriegsausbruchs daher als unmittelbar gefĂ€hrdet an. Zudem nahmen in den spĂ€ten 1930er Jahren unter Stalin irredentistische und revisionistische Tendenzen stark zu, die darauf abzielten, nach 1918 verlorenes Territorium des Russischen Reichs zurĂŒckzugewinnen.

Ab Mitte der 1930er-Jahre war die sowjetische FĂŒhrung durch das Wiedererstarken Japans und den Aufstieg Hitlers in Deutschland vom Kommen eines neuen Krieges zwischen den GroßmĂ€chten ĂŒberzeugt. Die militĂ€rische und politische FĂŒhrung der Sowjetunion sah das Baltikum und Finnland als strategisch wichtig an. Der Finnische Meerbusen und die KĂŒste der baltischen Staaten wurden als potenzielles Einfallstor fremder MĂ€chte in die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Leningrad betrachtet. Ebenso war Stalin davon ĂŒberzeugt, dass etwaige KĂŒstenbefestigungen Finnlands und der baltischen Staaten die AktionsfĂ€higkeit der sowjetischen Baltischen Flotte in der Ostsee im Kriegsfall empfindlich einschrĂ€nken könnten.cite-ref-ausgangsow-7-0[7] Im Falle eines Landkrieges sah die FĂŒhrung der Sowjetunion die baltischen Staaten als notwendiges Durchmarschgebiet fĂŒr einen Einsatz ihrer Truppen gegen potenzielle Gegner in Mitteleuropa und den finnischen Teil Kareliens als ein mögliches Aufmarschgebiet fĂŒr fremde MĂ€chte gegen Leningrad. Ebenso vermutete Stalin Finnland als mögliche Basis fĂŒr Luftangriffe einer fremden Macht gegen sowjetisches Territorium.cite-ref-ausgangsow-7-1[7]

Bis zum Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes im August 1939 und dessen AusfĂŒhrung im Überfall auf Polen versuchte die sowjetische FĂŒhrung, die Neutralisierung des strategisch wichtigen Gebiets durch Nichtangriffspakte mit den Anrainerstaaten, unter anderem mit Finnland, zu verwirklichen. Durch die Zerschlagung Polens als Staat hatte sich das Gleichgewicht in Osteuropa allerdings geĂ€ndert. Stalin versuchte nun, Estland, Lettland und Litauen durch BĂŒndnisse und die Stationierung sowjetischer Truppen in das Verteidigungssystem der Sowjetunion einzugliedern. Die kleinen Nachbarn stimmten diesen BĂŒndnissen nach kurzen, von militĂ€rischen Drohungen begleiteten Verhandlungen im Herbst 1939 zu.cite-ref-8[8]

Verhandlungen mit Finnland und Kriegsbeginn

Am 11. September 1939 begann die Sowjetunion eine neue Verhandlungsrunde mit Finnland. Stalin begrĂŒndete seine Forderungen mit der drohenden Kriegsgefahr und der Notwendigkeit der Sicherung Leningrads durch strategische Neuregelungen. Zu diesem Zweck sollte Finnland den SĂŒdteil der befestigten Karelischen Landenge im Austausch gegen andere karelische Gebiete abtreten. Die zukĂŒnftige finnisch-sowjetische Grenze sollte bis auf etwa dreißig Kilometer vor die Stadt Wiborg (Viipuri), Finnlands zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt, vorgeschoben werden. Dies hĂ€tte die Aufgabe sĂ€mtlicher finnischer Verteidigungsanlagen entlang der sogenannten Mannerheim-Linie bedeutet. Ebenso forderte Stalin die Verpachtung der Halbinsel Hanko um die Stadt Hanko, die Überlassung von Inseln im finnischen Meerbusen und die Fischerhalbinsel an der KĂŒste des Nördlichen Eismeeres. Als Ausgleich bot die Sowjetunion Finnland die Abtretung von Gebieten in Karelien an, die flĂ€chenmĂ€ĂŸig etwa doppelt so groß waren. Die finnische Regierung unter MinisterprĂ€sident Cajander war zunĂ€chst bezĂŒglich der Annahme der sowjetischen Forderungen gespalten, lehnte sie jedoch letztendlich ab. Als Konzession bot die finnische Regierung der Sowjetunion die Abtretung des Gebietes um den Ort Terijoki an, was von der Sowjetunion als ganz ungenĂŒgend abgelehnt wurde. Finnland leitete daraufhin eine Teilmobilmachung der Armee ein und versuchte erfolglos, sich mit Schweden zu verbĂŒnden. Auch eine Anfrage zwecks diplomatischer UnterstĂŒtzung an Deutschland brachte keinen Erfolg. Die Verhandlungen dauerten noch bis zum 13. November an, ohne dass eine Einigung erzielt werden konnte.cite-ref-verhandlungen-9-0[9]

Da der finnische Nachrichtendienst die Rote Armee als nicht einsatzbereit bezeichnete, ging der finnische Außenminister Eljas Erkko davon aus, die Sowjetunion werde keinen Krieg beginnen. Auch die EinschĂ€tzung der Regierung, dass das Parlament keinen Gebietsabtretungen zustimmen wĂŒrde, trugen zur ablehnenden Haltung Finnlands bei.cite-ref-verhandlungen-9-1[9]

Die sowjetische Seite hatte allerdings schon vor dem Ende der Verhandlungen eine militĂ€rische Option ins Auge gefasst. Im September 1939 begann eine Mobilmachung fĂŒr einen Feldzug gegen Finnland, die im November abgeschlossen war.cite-ref-10[10] Am 3. November 1939 unterstellte der sowjetische Außenminister Molotow in der Prawda Finnland kriegerische Absichten gegenĂŒber dem Sowjetstaat. Am selben Tag erhielt die Baltische Flotte den Befehl, in Bereitschaft zu gehen und endgĂŒltige PlĂ€ne fĂŒr eine Invasion Finnlands auszuarbeiten. Das Gleiche befahl Stalin dem Leningrader MilitĂ€rbezirk der Roten Armee am 15. November. Am 26. November inszenierte die Rote Armee im Dorf Mainila (russisch МаĐčĐœĐžĐ»ĐŸ) einen Grenzzwischenfall, bei dem angeblich sowjetische Truppen von finnischer Artillerie beschossen worden seien (Mainila-Zwischenfall). Als die finnische Regierung diese VorwĂŒrfe zurĂŒckwies, brach Molotow die Beziehungen zu Finnland ab und kĂŒndigte den bestehenden Nichtangriffspakt.cite-ref-11[11] Ohne dass die Sowjetunion eine formelle KriegserklĂ€rung abgegeben hĂ€tte, ĂŒberschritt die Rote Armee am frĂŒhen Morgen des 30. November 1939 die Grenze. Am Nachmittag stellte PrĂ€sident Kallio formell fest, dass sich das Land im Kriegszustand befinde. Cajanders Regierung, deren EinschĂ€tzung der Kriegsgefahr sich als unzutreffend erwiesen hatte, trat noch am selben Abend zurĂŒck; ihr folgte am folgenden Tag eine auf breiterer parlamentarischer Grundlage stehende neue Regierung unter Risto Ryti, dem bisherigen Chef der Finnischen Zentralbank.cite-ref-12[12]

Finnische Verteidigung

Die finnische Armee war zu Kriegsbeginn nicht nur wegen der geringen Bevölkerung zahlenmĂ€ĂŸig unterlegen, sondern auch in materieller Hinsicht schlecht auf den Krieg vorbereitet. In den Vorkriegsjahren hatten sich die militĂ€rische und die politische FĂŒhrung in dauerndem Streit um das aus Sicht der ersteren völlig unzureichende MilitĂ€rbudget befunden. Insbesondere die beiden stĂ€rksten Parteien, die antimilitaristisch eingestellten Sozialdemokraten und der auf Sparsamkeit bedachte Landbund, blockierten eine Steigerung der RĂŒstungsausgaben selbst unter dem Eindruck der sich zuspitzenden internationalen Lage. Noch im August 1939 drĂŒckte MinisterprĂ€sident Cajander, der einer Koalition beider Parteien vorstand, seine Freude darĂŒber aus, dass Finnland seine Mittel statt fĂŒr schnell veraltendes Kriegsmaterial fĂŒr nĂŒtzlichere Dinge verwendet habe. Außerdem bevorzugte die Regierung die im Aufbau befindliche heimische RĂŒstungsindustrie gegenĂŒber auslĂ€ndischen Herstellern. Dies verlangsamte zusĂ€tzlich zum Geldmangel die Modernisierung der BestĂ€nde der StreitkrĂ€fte.cite-ref-13[13]

Die finnische Armee umfasste bei Kriegsbeginn 250.000 Soldaten, aufgeteilt auf neun Infanteriedivisionen und einige selbststĂ€ndige Bataillone, von denen 130.000 die Karelische Landenge und 120.000 die ĂŒbrige Ostgrenze verteidigten. Wegen des Mangels an Waffen verringerte sich die tatsĂ€chliche EinsatzstĂ€rke jedoch um 50.000. Schwere Bewaffnung war noch knapper. So hatte die finnische Armee nur dreißig Panzer zur VerfĂŒgung, die auch erst einige Wochen in Dienst waren. Ebenso herrschte Mangel an automatischen Waffen. Die ganze Armee besaß insgesamt nur einhundert Panzerabwehrkanonen, importiert aus Schweden. Die Soldaten mussten daher in der Panzerabwehr oft auf improvisierte Lösungen zurĂŒckgreifen, so etwa auf aus Flaschen gefertigte WurfbrandsĂ€tze, denen sie den Namen Molotowcocktail gaben. Die Artillerie stammte in vielen Einheiten noch aus Zeiten des Ersten Weltkriegs und hatte eine geringe Reichweite. Pro Division waren nur 36 GeschĂŒtze vorhanden; zudem herrschte Mangel an Artilleriemunition. Die finnische Luftwaffe umfasste nur hundert Flugzeuge. An die Kampftruppen selbst konnten keine Flugabwehrkanonen (Flak) ausgegeben werden, da die verfĂŒgbaren einhundert StĂŒck fĂŒr die Verteidigung der StĂ€dte gegen Bombenangriffe verwendet wurden.cite-ref-14[14] WĂ€hrend des Krieges wurden drei weitere Reserve-Infanteriedivisionen aufgestellt, deren AusrĂŒstungsstand noch hinter dem der regulĂ€ren Divisionen zurĂŒckstand. Die Zahl der finnischen Kombattanten erreichte damit rund 340.000.cite-ref-15[15]

Das finnische Oberkommando hatte in der Vorkriegszeit die Sowjetunion als einzig realistischen Kriegsgegner betrachtet. Deshalb war die Karelische Landenge durch die von der Presse spĂ€ter so genannte Mannerheim-Linie befestigt worden. Dort sah das Kommando unter Carl Gustaf Emil Mannerheim, der 1939 erneut die FĂŒhrung der Armee ĂŒbernommen hatte, die entscheidende Front des Krieges, da hier der schnellste Weg nach Viipuri und Helsinki ins finnische Kernland fĂŒhrte. Die seit den 1920er Jahren errichtete Linie bestand aus rund hundert Betonbunkern. Sie waren strukturell allerdings oft schwach; nur die neuesten bestanden aus festem Stahlbeton. Am dichtesten waren die Bunker im Bereich um Summa, das sich zum einen gefĂ€hrlich nahe bei Viipuri befand und in dem außerdem das baumlose Heideland einen Panzerangriff begĂŒnstigte. Außerdem wurde die Linie durch von den Truppen angelegte Feldbefestigungen verstĂ€rkt. Bereits im Frieden wurde die Grenze durch vier Deckungsgruppen abgeschirmt. Mannerheim verstĂ€rkte sie noch durch fĂŒnf Divisionen, gegliedert im 2. und 3. Korps der Armee. Insgesamt hatte der Befehlshaber an der Landenge, Hugo Österman, rund 92.000 Soldaten unter seinem Kommando.cite-ref-16[16]

Auch am nördlichen Ufer des Ladogasees war genug Infrastruktur vorhanden, um eine Offensive einer modernen Armee zu ermöglichen. Um diese Flanke der Mannerheim-Linie zu verteidigen, postierten die Finnen dort das 4. Korps unter Woldemar HĂ€gglund. Dem 4. Korps standen zwei Divisionen mit insgesamt rund 28.000 Soldaten zur VerfĂŒgung. Nach EinschĂ€tzung des finnischen Oberkommandos war der ĂŒbrige Teil der ungefĂ€hr tausend Kilometer langen Grenze mit der UdSSR aufgrund der dichten Bewaldung und mangelnder Straßen fĂŒr eine Armee unpassierbar. Deshalb wurden dort nur improvisierte kleinere VerbĂ€nde eingesetzt, welche die wenigen Verkehrsachsen blockieren sollten. Diese Gruppe Nordfinnland stand unter dem Befehl von General Viljo Tuompo. Mannerheim selbst hielt als Oberbefehlshaber der Armee zwei Divisionen als Reserve zurĂŒck.cite-ref-17[17] Zum Teil wurde fĂŒr diese Region die Ausnutzung von GelĂ€nde und Klima im Sinn einer KriegsfĂŒhrung unter arktischen Bedingungen geplant. So verfĂŒgten die Finnen anders als die sowjetische Seite ĂŒber beheizbare Zelte und es wurden schnell bewegliche SchĂŒtzeneinheiten auf Skiern aufgestellt. Die große Bedeutung dieser Kampfesweise erkannte jedoch auch die finnische Seite erst im weiteren Verlauf des Konflikts.

Die finnische Strategie war insgesamt defensiv ausgelegt. Die Mannerheim-Linie sollte unter allen UmstĂ€nden gehalten, die sowjetischen Truppen abgenutzt werden. Die Planung war allerdings davon ausgegangen, dass sich die Sowjetunion parallel in weiteren Kriegshandlungen befinden wĂŒrde, was im Winterkrieg jedoch nicht zutraf.cite-ref-18[18]

Im Sommer 1939 erfolgte eine weitere Kampagne zum Festungsbau in der Karelischen Landenge, an der zivile Freiwillige mitwirkten. Im frĂŒhen Oktober berief Finnland seine komplette Reserve zu Übungen ein, was einer verdeckten Generalmobilmachung gleichkam. Zum Ende des Monats waren MilitĂ€r und unterstĂŒtzende Organisationen des Landes vollstĂ€ndig einsatzbereit. In den folgenden Wochen bis zum Kriegsbeginn konnten sich die neu aufgestellten Einheiten koordinieren und die Soldaten an die Klimabedingungen im Feld gewöhnen.cite-ref-19[19]

Sowjetischer Invasionsplan

WĂ€hrend der laufenden Verhandlungen beauftragte Stalin den Chef des Generalstabs der Roten Armee, Boris Schaposchnikow, mit der Ausarbeitung eines Plans zur Invasion Finnlands. Schaposchnikow skizzierte eine mehrmonatige Operation, welche einen Großteil der Armee benötigt hĂ€tte. Dies lehnte Stalin ab und delegierte die Arbeit an den Befehlshaber des Leningrader MilitĂ€rbezirks Kirill Merezkow. Dieser General stellte eine Operation in Aussicht, die nur auf wenige Wochen angelegt war und bezĂŒglich der LandstreitkrĂ€fte nur den Einsatz der Truppen des Leningrader MilitĂ€rverwaltungsgebiets vorsah.cite-ref-20[20]

Merezkows Plan legte das Hauptaugenmerk auf die Karelische Landenge und damit auf die Mannerheim-Linie. Dieses Nadelöhr stellte den kĂŒrzesten Weg zur finnischen Hauptstadt Helsinki dar. Des Weiteren waren die Straßen- und Eisenbahnverbindungen dort am besten ausgebaut. Die 7. Armee unter Wsewolod Jakowlew sollte mit Hilfe von 200.000 Soldaten und 1.500 Panzern direkt durch die finnische Befestigungslinie brechen. Die 8. Armee unter Iwan Chabarow sollte nördlich des Ladogasees die finnischen Befestigungen umgehen und den Verteidigern der Linie in den RĂŒcken fallen. Dazu standen 130.000 Soldaten und 400 Panzer zur VerfĂŒgung. Weiter nördlich sollten zwei weitere Armeen an der fast unbewohnten und kaum durch Straßen erschlossenen Grenze der beiden LĂ€nder Angriffe durchfĂŒhren, um die Verkehrsverbindungen abzuschneiden und finnische Truppen zu binden. Dazu stand die 9. Armee unter KomKor Michail Duchanow nördlich der sowjetischen 8. Armee. Sie stellte das Bindeglied zur 14. Armee unter Frolow dar, welche nach Petsamo vorrĂŒcken sollte. Den beiden Armeen an dieser Nebenfront standen insgesamt 140.000 Mann und 150 Panzer zur VerfĂŒgung. Ihr Ziel war die Besetzung des gesamten finnischen Staatsgebietes.cite-ref-21[21] Erstes geografisches Ziel war die Stadt Oulu, die innerhalb von drei Wochen hĂ€tte erreicht werden sollen. Mit ihrer Eroberung hĂ€tte die Rote Armee Finnland in zwei HĂ€lften geteilt.cite-ref-22[22]

Die Baltische Flotte sollte in diesem Plan mehrere AuftrĂ€ge erfĂŒllen. Durch U-Boote sollten die NachbarlĂ€nder beobachtet und die Seeverbindungen Finnlands abgeschnitten werden. Marineinfanterie sollte die kleinen Inseln im Finnischen Meerbusen einnehmen; die Marineflieger sollten die LandstreitkrĂ€fte an der Hauptfront unterstĂŒtzen. ZusĂ€tzlich sollte ein sowjetischer Flottenverband mit drei Schlachtschiffen auf dem Ladogasee den Bodentruppen ArtillerieunterstĂŒtzung liefern. Insgesamt hatte die Rote Armee eine Überlegenheit an Soldaten von drei zu eins, an Artillerie von fĂŒnf zu eins und an Panzern von achtzig zu eins.cite-ref-23[23]

Die Flugzeugflotte auf sowjetischer Seite wuchs wÀhrend des Kriegsverlaufs von rund 1000 auf 4000 Maschinen an.cite-ref-24[24]

Insgesamt standen der Roten Armee zu Beginn des Krieges 22 Divisionen zur VerfĂŒgung. Bis zum Ende des Krieges wurden 59 Divisionen mit rund einer Million Soldaten zur VerfĂŒgung gestellt. Die Einheiten entstammten zunĂ€chst drei MilitĂ€rbezirken, in erster Linie Leningrad, mit UnterstĂŒtzung aus den Bezirken Kalinen und Moskau, am Ende des Krieges neun MilitĂ€rbezirken. Mit durchschnittlich 72 meist modernen GeschĂŒtzen je Division war die sowjetische Artillerie der finnischen deutlich ĂŒberlegen.cite-ref-25[25] Allgemein war der Ausbildungsstand der sowjetischen Truppen schlecht. Sie hatten nur kurze Ausbildungen absolviert und waren auf eine KriegsfĂŒhrung in offenem GelĂ€nde ausgerichtet, nicht in bewaldeter Umgebung. Wegen der schleppend verlaufenden Mobilmachung hatten die Soldaten wenig Gelegenheit, sich zu akklimatisieren, was insbesondere Einheiten aus weiter sĂŒdlich gelegenen Landesteilen in ihrer Kampfkraft schwĂ€chte.cite-ref-26[26]

Verlauf

Der erste sowjetische Angriff 1939

In den frĂŒhen Morgenstunden des 30. November setzte die Rote Armee ihre Divisionen entlang der Front von Petsamo bis Karelien in Marsch. Nachdem um 9:20 Uhr ein sowjetisches Flugzeug FlugblĂ€tter ĂŒber Helsinki abgeworfen hatte, griffen um 10:30 Uhr neun sowjetische Bomber Helsinki an. Im Verlaufe des Tages erfolgten weitere Luftangriffe auf Helsinki mit insgesamt 91 Toten unter der Zivilbevölkerung,cite-ref-27[27] Wyborg, den Hafen von Turku, das Wasserkraftwerk in Imatra und eine Gasmaskenfabrik in Lahti.cite-ref-28[28] Insgesamt griff die sowjetische Luftwaffe an diesem Tag 14 Ziele an.cite-ref-29[29]

Gegen die sowjetischen Bodentruppen setzten die Finnen entlang der gesamten LĂ€nge der Grenze rund 13.000 Mann im Verzögerungsgefecht ein.cite-ref-30[30] Es dauerte bis zum 6. Dezember, bis die 7. Armee unter Jakowlew das Vorfeld von 25 bis 65 Kilometern vor den finnischen Befestigungen ĂŒberwunden hatte und zur Mannerheim-Linie an der Karelischen Landenge aufschließen konnte. WĂ€hrenddessen war im finnischen Oberkommando eine Kontroverse entbrannt. Mannerheim wollte gegen den Widerstand des Befehlshabers der Landenge Österman die im Vorfeld eingesetzten Deckungsgruppen offensiv vorgehen lassen, anstatt sie sich unter hinhaltendem Widerstand auf die Befestigungen zurĂŒckziehen zu lassen. Österman setzte sich in dieser Frage durch.cite-ref-upton62-70-31-0[31]

Noch vor den ersten großen Offensiven ließ Stalin den Oberbefehlshaber der 7. Armee Jakowlew durch Merezkow ersetzen, da er mit dem langsamen Vormarsch an der Landenge unzufrieden war. Merezkow plante Offensiven an zwei verschiedenen Abschnitten der Linie. Am 14. Dezember wurde die Sowjetunion anlĂ€sslich des Angriffs auf Finnland aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Dies hielt die Rote Armee aber nicht davon ab, ihre Offensive fortzufĂŒhren. Meist versuchten die VerbĂ€nde aus dem Marsch heraus, nach kurzer Artillerievorbereitung, die Befestigungen zu durchbrechen. Am 16. Dezember startete sie den Angriff am östlichen Rand der finnischen Befestigungen bei Taipale. Der finnischen 10. Division gelang es allerdings, diese Angriffe ohne Zuhilfenahme ihrer Reserven abzuwehren. Ein erneuter sowjetischer Versuch vom 25. bis zum 27. Dezember fĂŒhrte ebenso zu keinem Durchbruch der Linie. Als eigentlichen Durchbruchsort hatte Merezkow den Abschnitt bei Summa ausersehen. Zeitgleich zur Offensive bei Taipale versuchten hier die sowjetischen Truppen nach einer langen Artillerievorbereitung, die Linie zu durchbrechen. Der Versuch wurde aber Ă€hnlich wie bei Taipale von der finnischen 3. Division ohne den Ruf nach VerstĂ€rkungen abgeschlagen.cite-ref-32[32] Die sowjetische Übermacht kam nicht zur Auswirkung, da das WaldgelĂ€nde und der tiefe Schnee die Rote Armee an die wenigen Straßen banden und jeweils nur ein Regiment an der Spitze kĂ€mpfen konnte.cite-ref-33[33]

Sowohl Mannerheim als auch Österman sahen Mitte Dezember die Chance, einen Gegenangriff zu starten. Zu diesem Zweck setzten sie am 23. Dezember zusammen mit den bereits im Kampf stehenden Einheiten die in Reserve gehaltene 6. Division ein. Diese Operation wurde aber nach acht Stunden abgebrochen. Den hohen finnischen Verlusten von 1500 Mann standen keine relevanten GelĂ€ndegewinne gegenĂŒber. Der Sowjetunion war es nicht gelungen, an der Hauptfront des Krieges eine Entscheidung herbeizufĂŒhren, die Finnen vermochten aber auch nicht die sowjetischen KrĂ€fte an der Landenge zu zerschlagen. Nachdem beide Seiten dies erkannt hatten, folgte eine Phase relativer Ruhe, wĂ€hrend der das sowjetische MilitĂ€r die GrĂŒnde fĂŒr sein Scheitern analysierte.cite-ref-upton62-70-31-1[31]

Nach dem Plan des sowjetischen Oberkommandos sollte die 8. Armee den Ladogasee binnen zehn bis fĂŒnfzehn Tagen umgangen haben, um den Verteidigern der Mannerheim-Linie in den RĂŒcken zu fallen. Auch an dieser Front verlief der sowjetische Vormarsch schleppend. Infolgedessen wurde der Befehlshaber der Armee, Generalmajor Iwan Chabarow am 13. Dezember durch den Korpskommandeur Grigori Schtern ersetzt. Die finnische Armee nutzte abseits des Stellungskrieges an der Karelischen Landenge ihre Beweglichkeit auf Skiern zu erfolgreichen Angriffsoperationen gegen die eingedrungenen sowjetischen VerbĂ€nde. Der sowjetische Vormarsch konnte in der Schlacht von Kollaa zum 9. Dezember aufgehalten werden. Ab dem 27. Dezember konnte das finnische IV. Korps unter HĂ€gglund die ihr gegenĂŒberstehenden zwei sowjetischen Divisionen in die Defensive zwingen. Dabei wurden zwei Divisionen durch schnelle Umkreisungsbewegungen kleiner, beweglicher VerbĂ€nde in Einkesselungen gefangen (sog. Motti-Taktik, siehe Schlacht von Suomussalmi). Die eingekesselte 18. Division wurde am 29. Februar 1940 zerschlagen, die 168. Division konnte sich bis Kriegsende halten.cite-ref-angriff1-34-0[34]

Weiter nördlich standen der finnischen Gruppe Talvela unter Paavo Talvela drei sowjetische Divisionen gegenĂŒber. Diese Einheiten sollten dem IV. Korps in die Flanke fallen und dadurch die Bewegung zur Umgehung der Mannerheim-Linie unterstĂŒtzen. Den finnischen Truppen gelang es in diesem Sektor, die sowjetische 139. Division und die 75. Division bis zum 23. Dezember in der Schlacht bei TolvajĂ€rvi zurĂŒckzutreiben. Ebenso gelang es den finnischen Truppen, die 155. Division aufzuhalten und in die Defensive zu drĂ€ngen. Die geplante Umgehung der Mannerheim-Linie scheiterte somit fĂŒr die Sowjetunion unter großen Verlusten. Die KĂ€mpfe in dieser Region spielten sich bei Temperaturen von bis zu −40 °C ab. Die eingekesselten sowjetischen KrĂ€fte banden aber bis Kriegsende finnische Truppenteile, die Mannerheim eigentlich so schnell wie möglich an die Landenge hatte verlegen wollen.cite-ref-angriff1-34-1[34]

Die sowjetischen Offensiven in Nordfinnland stießen anfangs auf geringen Widerstand, da der finnische Generalstab nicht mit einem Angriff in diesem Landesteil gerechnet hatte. Der sowjetischen 104. Division gelang es nach wenigen Kriegstagen, den Hafen Petsamo einzunehmen. Die Einheit sollte sich mit der 88. und 122. Division zum Vormarsch auf Rovaniemi, der Hauptstadt der Region Lappland vereinigen. Die beiden letzteren Divisionen wurden in der Schlacht von Salla von improvisierten finnischen VerbĂ€nden in die Defensive gedrĂ€ngt und am weiteren Vormarsch gehindert. Der 104. Division selbst erging es nach dem Erfolg in Petsamo genauso. In der Schlacht von Suomussalmi schafften es die Finnen durch das Aufbieten einer Reservedivision, die 163. sowjetische Division und die 44. Motorisierte SchĂŒtzendivision in Mottis einzuschließen und zu zerschlagen. Damit hatte die Rote Armee auch das Ziel verfehlt, Oulu zu erobern und damit Finnland von Schweden zu isolieren.cite-ref-angriff2-35-0[35] Die Kesselbildung gelang den Finnen, weil die Rote Armee sich an die wenigen Straßen der Region band. Dies erlaubte den Finnen, ohne den Schutz der eigenen Flanken zwischen die sowjetischen Kolonnen vorzustoßen und deren langgezogene rĂŒckwĂ€rtigen Verbindungen zu unterbrechen. Dabei war alleine der Kessel von KitilĂ€ am Nordufer des Ladogasees von der finnischen FĂŒhrung geplant. Die ĂŒbrigen ergaben sich daraus, dass die sowjetischen Truppen zwar von ihren rĂŒckwĂ€rtigen Verbindungen abgeschnitten worden waren, sich aber wirkungsvoll zur stationĂ€ren Verteidigung einrichteten und nicht oder nur langsam zerschlagen werden konnten. Die KĂ€mpfe an und in dem Motti nahmen teilweise den Charakter des Stellungskriegs im Ersten Weltkrieg an.cite-ref-36[36]

Die finnischen Truppen nahmen danach an der Schlacht von Kuhmo teil. Dort kesselten sie die sowjetische 54. Division zwar ein, sie verteidigte aber bis zum Kriegsende ihre Position. Bis auf die Eroberung von Petsamo erreichte die sowjetische FĂŒhrung im finnischen Norden keines ihrer strategischen Ziele. Da die Finnen die sowjetischen Einheiten aber auch nicht vollstĂ€ndig von ihrem Territorium vertreiben konnten, banden diese Gefechte finnische Reserven, die an der Landenge fehlten.cite-ref-angriff2-35-1[35]

Die finnische Heimatfront

Die neue finnische Regierung unter Risto Ryti strebte zunĂ€chst eine baldige Wiederherstellung des Friedens durch Verhandlungen mit Moskau an. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Sowjetunion die Regierung in Helsinki nicht mehr anerkannte. Stattdessen installierte Stalin mit Kriegsbeginn eine kommunistische Gegenregierung, bestehend aus finnischen BĂŒrgerkriegsemigranten unter der FĂŒhrung von Otto Wille Kuusinen. Nachdem die Rote Armee die ersten GelĂ€ndegewinne erzielt hatte, trat Kuusinens „Volksregierung Finnlands“ im finnischen Grenzort Terijoki zusammen. Am 2. Dezember 1939 schloss sie mit der Sowjetunion einen BĂŒndnisvertrag, in dem sie die in den Verhandlungen von Moskau geforderten Gebiete abtrat. Im Gegenzug sagte die sowjetische Regierung die Abtretung der HĂ€lfte Ostkareliens zu.cite-ref-37[37]

Die Einsetzung der Regierung von Terijoki und deren AnkĂŒndigung volksdemokratischer Reformen in Finnland erfolgten in der Erwartung, dass Kuusinen unter den sozialistisch gesinnten Finnen UnterstĂŒtzung gewinnen werde. Damit wĂ€re die finnische Heimatfront geschwĂ€cht und die Besetzung des Landes legitimiert worden. Die erwartete Reaktion blieb aber aus. Vielmehr demonstrierten die finnischen Bevölkerungsgruppen in ihrer Verteidigungsbereitschaft eine EinmĂŒtigkeit, die auch inlĂ€ndische Beobachter ĂŒberraschte. Das bedingungslose ZusammenrĂŒcken der Finnen im Kampf gegen den ĂŒbermĂ€chtigen Angreifer, das noch lange nach dem Krieg unter der Bezeichnung „der Geist des Winterkrieges“ beschworen wurde, löste das Schisma des BĂŒrgerkrieges auf und bildete in der Folge eine neue Grundlage fĂŒr das finnische SelbstverstĂ€ndnis.cite-ref-38[38]

Sinnbildlich fĂŒr die ÜberbrĂŒckung bestehender Feindbilder war das sogenannte „Januarverlöbnis“: Am 23. Januar 1940 erkannte der Arbeitgeberzentralverband (Suomen työnantajain keskusliitto) in einer gemeinsamen öffentlichen Stellungnahme erstmals den Gewerkschaftsbund (Suomen Ammattiyhdistysten Keskusliitto) als Vertreter der Arbeitnehmer und gleichwertigen Verhandlungspartner an. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes, Eero Vuori, stellte im Anschluss fest:

„Das Volk kĂ€mpft nun um seine Freiheit. An der Front kĂ€mpfen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer Seite an Seite. Ich glaube daran, dass die Blutsbande, die an der Front geschlossen wird, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Gesellschaftskreisen hinter der Front festigen werden.“cite-ref-39[39]

Gleichwohl waren die Erwartungen in der finnischen Öffentlichkeit zunĂ€chst dĂŒster. Der Finanzminister der Regierung Ryti, Rainer von Fieandt, schrieb in seinen Memoiren:

„Das Ergebnis unseres ungleichen Kampfes konnte kein anderes sein als die Niederlage Finnlands. Die Frage lautete nur, wie lange es uns gelingen wĂŒrde, uns zu verteidigen, und ob die neue Regierung in dieser kurzen Zeit die Möglichkeit haben wĂŒrde, Frieden zu schließen.“cite-ref-40[40]

Die in der Anfangsphase des Krieges erzielten Erfolge, als das VorrĂŒcken des Feindes gestoppt und diesem schwere Verluste zugefĂŒgt worden waren, fĂŒhrten sodann zu einem völligen Umschwung in der Stimmungslage. In Politik, MilitĂ€r und Presse schaffte sich die Auffassung Raum, der Krieg sei zu gewinnen.cite-ref-41[41] Da nur die wenigsten ĂŒber die genaue Lage an den Fronten informiert waren, hielt diese Stimmung bis zum Ende des Krieges an.

Reform der sowjetischen KrÀfte

Probleme der sowjetischen StreitkrÀfte

Ende Dezember zeigte sich fĂŒr das sowjetische Oberkommando, dass sein Plan einer schnellen Niederringung Finnlands gescheitert war. Stalin Ă€ußerte sich in einer Konferenz mit Merezkow und seinem Stab:

„Die AutoritĂ€t der Roten Armee ist eine Garantie der nationalen Sicherheit der UdSSR. Wenn wir fĂŒr eine lange Zeit mit einem solch schwachen Gegner zu kĂ€mpfen haben, wird dies die antisowjetischen KrĂ€fte der Imperialisten anstacheln.“cite-ref-42[42]

Die sowjetische FĂŒhrung hatte zu Kriegsbeginn die eigenen KrĂ€fte ĂŒberschĂ€tzt und war unzureichend ĂŒber die StĂ€rken der finnischen Armee im Bilde. Die Befestigungen der Mannerheim-Linie waren im Vorhinein nicht ausreichend durch AufklĂ€rung kartographiert worden. Die sowjetischen Truppen hatten sich hierbei fast ausschließlich auf LuftaufklĂ€rung verlassen, und so waren ihnen getarnte Stellungen vor dem Angriff kaum bekannt. Merezkow war sich zwar darĂŒber im Klaren, dass Betonbefestigungen das RĂŒckgrat der Linie bildeten, dennoch wurden die Truppen vor dem Krieg nicht im Kampf gegen solche Bunker trainiert. Die AufklĂ€rung durch die Bodeneinheiten selbst wurde vernachlĂ€ssigt, so dass die sowjetischen Truppen, insbesondere im Norden Finnlands, kein treffendes Bild der gegnerischen Einheiten hatten.cite-ref-probleme-43-0[43]

Die klimatischen Bedingungen des finnischen Kriegsschauplatzes wurden von der Sowjetunion ebenso missachtet. Starke SchneefĂ€lle machten das GelĂ€nde fast nur per Ski oder Schneeschuh begehbar. Fahrzeugen war das Terrain querfeldein kaum zugĂ€nglich. Die tiefen Temperaturen von bis zu −35 °Ccite-ref-44[44] beanspruchten Maschinen und Menschen gleichermaßen. Dazu kam, dass insbesondere im finnischen Norden kaum Straßen und Wege vorhanden waren. WĂ€hrend der ersten Phase des Krieges stand der Roten Armee keinerlei Wintertarnkleidung zur VerfĂŒgung. Zu allem Überfluss war selbst warme Winterkleidung in einigen Einheiten aufgrund von Logistikproblemen knapp. Da die sowjetischen Truppen fast keine Skier erhalten hatten und im Umgang mit ihnen auch nie trainiert worden waren, blieb die Beweglichkeit der Armee auf dem Gefechtsfeld sehr beschrĂ€nkt. Dies hatte besonders im unwegsamen GelĂ€nde Nordfinnlands katastrophale Auswirkungen. Ferner beschwerten sich sowjetische Offiziere ĂŒber die mangelnden FĂ€higkeiten der Soldaten im Umgang mit feindlichen Minen. Die finnischen Deckungsgruppen legten beim RĂŒckzug intensiv Minen und Sprengfallen, die unter den sowjetischen Soldaten große Verluste forderten und durch den psychologischen Effekt die Beweglichkeit der Soldaten noch weiter einschrĂ€nkten.cite-ref-probleme-43-1[43]

Die Sowjetunion scheiterte aber nicht nur an den Eigenheiten des finnischen Kriegsschauplatzes, sondern auch an der eigenen KriegsfĂŒhrung. Die sowjetische MilitĂ€rdoktrin und Merezkows Plan sahen eine enge Kooperation zwischen Luftwaffe, Panzern, Infanterie, Artillerie und gegebenenfalls Marineeinheiten vor. Dies verwirklichte sich aber nicht auf dem Gefechtsfeld, meist gingen Panzer oder Fußsoldaten getrennt voneinander ohne entsprechende ArtillerieunterstĂŒtzung vor. Die Koordination zwischen den verschiedenen Truppenteilen war zu schwach. Offiziere gaben Befehle, die ein sinnvolles Zusammenwirken der verschiedenen Elemente unmöglich machten, und die Kommunikation zwischen den Einheiten sowie den ĂŒbergeordneten Stellen brach oft zusammen. Verschlimmert wurden diese Probleme noch durch MaterialausfĂ€lle von FunkgerĂ€ten, sowohl an der Front als auch in den StĂ€ben. Der Grund dafĂŒr, dass die Rote Armee ihrem Standard nicht gerecht wurde, lag in einer mangelhaften Ausbildung vor dem Krieg begrĂŒndet. Das Offizierskorps war nicht groß genug, um alle Rekruten entsprechend zu schulen. Ein leistungsfĂ€higes Unteroffizierkorps fehlte durch den inneren Aufbau der sowjetischen Armee vollkommen. Infolgedessen wurde die Armee in Einheiten minderer und höherer AusbildungsqualitĂ€t unterteilt. Diese Einheiten wurden ohne BerĂŒcksichtigung ihrer tatsĂ€chlichen FĂ€higkeiten in Finnland zusammengewĂŒrfelt.cite-ref-45[45]

Große Teile des Offizierskorps waren wĂ€hrend der Stalinschen SĂ€uberungen der Jahre 1937/1938 politischen Verfolgungen zum Opfer gefallen. Sie mussten durch unerfahrene NachrĂŒcker ersetzt werden. Die nachwirkende AtmosphĂ€re der Bedrohung hemmte die Initiative der verbleibenden Befehlshaber. So beschwerte sich Merezkow nach dem Krieg darĂŒber, dass Soldaten wie Offiziere zögerten, ihren Vorgesetzten offen die Wahrheit zu sagen. In einem internen Bericht an Stalin schilderte dessen enger Mitarbeiter Lew Mechlis, dass eine große Zahl der einfachen Soldaten den Krieg fĂŒr ungerecht halte.cite-ref-probleme-43-2[43]

Dieselben Probleme betrafen die sowjetische Luftwaffe. Sie blieb stark hinter den Erwartungen zurĂŒck. Schlechtes Wetter, technische Probleme, geringer Ausbildungsstand und schlechte Kommunikation mit den Bodentruppen ließen ihr Eingreifen auf dem Schlachtfeld marginal werden. Die sowjetische Luftkampagne zielte darauf ab, die Mobilisierung der finnischen Armee in ihrem rĂŒckwĂ€rtigen Gebiet zu stören. Da die Armee aber zwei Wochen vor Kriegsausbruch mobilisiert worden war und sich zu Kriegsausbruch bereits in ihren Stellungen befand, lief diese Operation ins Leere. Auch parallel dazu unternommene Versuche, durch die Bombardierung von StĂ€dten und Eisenbahnlinien den finnischen Nachschub zu behindern, zeigten keine maßgebliche Wirkung. Hauptziele der sowjetischen Bombardements waren Helsinki, Tampere, Turku und im spĂ€teren Kriegsverlauf Viipuri. Finnische Quellen sprechen insgesamt von 2075 Luftangriffen auf zivile Ziele. Der Ausfall an Arbeitsstunden in den Industriezentren des Landes betrug aber weniger als fĂŒnf Prozent. Aufgrund des finnischen Zivilschutzsystems, das Verdunkelungsmaßnahmen und RettungseinsĂ€tze regelte, hielten sich die zivilen Opfer in Grenzen. Die finnische Luftwaffe, die durch auslĂ€ndische Lieferungen auf rund 200 Flugzeuge anwuchs, erzielte 240 AbschĂŒsse bei 26 eigenen Verlusten. SchlĂ€ge gegen das sowjetische Hinterland konnte sie aufgrund ihrer zahlenmĂ€ĂŸigen Unterlegenheit jedoch kaum durchfĂŒhren. Insgesamt verlor die Rote Armee rund 800 Maschinen wĂ€hrend des gesamten Krieges.cite-ref-46[46]

Weitgehend folgenlos blieb auch die UnterstĂŒtzung durch Flotteneinheiten. Die Ladogaflottille hatte stark mit technischen Problemen und Navigationsfehlern zu kĂ€mpfen. Unter anderem lief ein Schlachtschiff wenige Tage nach Kriegsbeginn auf Grund. Auch die Einheiten der Baltischen Flotte griffen in den Krieg ein. Ihre Anstrengungen hatten aber wegen Nachschubproblemen, technischer UnzulĂ€nglichkeiten, schlechtem Ausbildungsniveau und mangelnder AufklĂ€rung keinen Einfluss auf den Verlauf der KĂ€mpfe. So warfen Flugzeuge der Flotte rund 64,5 Tonnen Bomben auf finnische Inseln im Finnischen Meerbusen ab. Die Inseln waren jedoch grĂ¶ĂŸtenteils evakuiert worden, und die einzige KĂŒstenbatterie der Finnen auf den Inseln wurde durch diese Angriffe nicht ausgeschaltet. Ende Dezember kamen die Flottenoperationen durch Packeis weitgehend zum Stillstand.cite-ref-47[47]

Neue Planungen der sowjetischen FĂŒhrung

Schon am 26. Dezember ließ Stalin die Einheiten an der Karelischen Landenge neu organisieren. Das Kommando der 7. Armee wurde von Merezkow selbst ĂŒbernommen. Dazu wurde noch eine neue Armee aufgebaut, die 13. unter Wladimir Gröndahl. Am 7. Januar berief er Semjon Timoschenko zum Oberbefehlshaber ĂŒber die Nordwestfront. In diesem Großverband wurden die Einheiten des finnischen Kriegsschauplatzes nun zusammengefasst, analog zur weißrussischen Front und ukrainischen Front, die 1939 Ostpolen besetzt hatten. Damit hatte Stalin die Hoffnung, Finnland nur mit begrenzten KrĂ€ften aus dem Leningrader MilitĂ€rbezirk zu besiegen, endgĂŒltig verworfen. Neue Einheiten wurden aus anderen MilitĂ€rbezirken herangeschafft, und der neue Offensivplan unter Timoschenkos Ägide sah nun eine alleinige Offensive an der karelischen Landenge vor. Im Grunde genommen Ă€hnelte sein Plan dem von Stalin vor dem Krieg abgelehnten Vorschlag Schaposchnikows.cite-ref-neuplan-48-0[48]

Timoschenkos Grundidee war es, die Mannerheim-Linie durch zahlenmĂ€ĂŸige Überlegenheit zu brechen und die Truppen besser fĂŒr die Erfordernisse des Schauplatzes auszubilden. Als Hauptfaktor sah er eine starke Überlegenheit der Artillerie vor. Diese sollte zuerst in einem langen Bombardement die feindlichen Stellungen schwĂ€chen. Sobald die Bodentruppen angriffen, sollten die GeschĂŒtzbesatzungen den Vormarsch eng mit ihnen abstimmen und die Angriffe in Form einer Feuerwalze unterstĂŒtzen. Im Gegensatz zu den Planungen der ersten Offensive sollten Kommandeure kleinerer Einheiten bis zum ZugfĂŒhrer GeschĂŒtzfeuer anfordern können. Insgesamt gruppierte die Rote Armee rund 48 GeschĂŒtze pro Frontkilometer. Ebenso sollte Langstreckenartillerie Bewegungen hinter der Front der Finnen niederhalten. Die Bodentruppen wurden im Umgang mit Betonbefestigungen eigens an Modellen im Hinterland ausgebildet und spezielle Sturmgruppen wurden geschaffen. Diese Einheiten umfassten Gruppen aus normaler Infanterie, Panzern, Pionieren und PanzerabwehrgeschĂŒtzen. Sie sollten die stĂ€rksten Punkte der feindlichen Linie brechen.cite-ref-49[49]

Des Weiteren wurde der Infanterie befohlen, GrĂ€ben und Feldbefestigungen möglichst nah an die finnischen Stellungen heranzutreiben, um das zu ĂŒberquerende Niemandsland möglichst klein zu halten. Auch wurden neue Waffen an die Front geschafft, unter anderem Panzer vom Typ KW-1 und T-34. Manche dieser Fahrzeuge wurden zur BekĂ€mpfung der Betonbunker mit Flammenwerfern ausgerĂŒstet. FĂŒr den Schutz der Infanterie wurden gepanzerte Schlitten bereitgestellt, die von Panzern gezogen wurden. Um die Kampfmoral zu heben, wurden Auszeichnungen im Gefecht nicht nur durch Orden honoriert, sondern auch durch materielle Geschenke wie Uhren und FahrrĂ€der. Um den Mangel an erfahrenen Offizieren zu mindern, wurden rund 4000 Inhaftierte aus den Lagern des Gulag entlassen und an die Front geschickt.cite-ref-neuplan-48-1[48]

Zweite sowjetische Offensive Anfang 1940

Mit den VerstĂ€rkungen verfĂŒgte die Rote Armee an der karelischen Landenge kurz nach Jahresbeginn 1940 ĂŒber rund 600.000 Soldaten, 2000 Panzer und 3137 GeschĂŒtze. Die finnische Armee war zahlenmĂ€ĂŸig am Ende ihrer Ressourcen. Die sowjetischen Truppen konnten vor und wĂ€hrend der Offensive ihre Fronttruppen rotieren. Die finnischen Einheiten standen seit Kriegsbeginn im Feld. Nur im am stĂ€rksten umkĂ€mpften Sektor von Summa wurde die dortige Division durch eine Reservedivision ersetzt. Das finnische Oberkommando hob zwei neue Divisionen aus, die aber nur aus Ă€lteren Reservisten bestanden und mangelhaft ausgerĂŒstet waren.cite-ref-offensive-51-0[51] Einen Eindruck ĂŒber die psychische Belastung der Soldaten gibt das Schicksal eines finnischen ZugfĂŒhrers. Dieser halluzinierte, seine Ehefrau sei auf dem Weg, ihnen mehr Waffen zu bringen. Daraufhin verließ er den schĂŒtzenden Bunker und fiel dem sowjetischen Artilleriefeuer zum Opfer.cite-ref-52[52]

Die sowjetische Armee begann am 15. Januar den kontinuierlichen Artilleriebeschuss der finnischen Linien, gleichzeitig erkundete sie systematisch durch LuftaufklĂ€rung und AufklĂ€rung der Fronttruppen den Befestigungsapparat. Am 1. Februar leitete Timoschenko den ersten Angriff von Bodentruppen ein. FĂŒnf Divisionen griffen im Zentrum der Mannerheim-Linie an. Dieser Angriff sollte laut Timoschenko nur eine Art Demonstration sein. Das sowjetische Kommando experimentierte dabei mit der Doktrin der Auftragstaktik, welche die deutsche Wehrmacht verwendete. Die untergeordneten Befehlshaber konnten dabei frei ihre Zwischenziele und den Einsatz ihrer Truppen zum Erreichen ihres Ziels planen. Die Angriffe brachten limitierte Gebietsgewinne und wurden von den sowjetischen Befehlshabern positiv bewertet. Zwischen diesen Angriffen und der eigentlichen Offensive auf breiter Front war eigentlich eine Pause vorgesehen. Timoschenko ließ die Demonstrationsangriffe aufgrund ihres Erfolges dann aber nahtlos in die Großoffensive ĂŒbergehen. Am 11. Februar ließ der sowjetische Befehlshaber die ganze Front angreifen. Am selben Tag durchbrachen die Divisionen, die seit dem 1. Februar kĂ€mpften, die vorderste Befestigungslinie der Mannerheim-Linie.cite-ref-offensive-51-1[51] DarĂŒber hinaus setzte die Rote Armee massiv Großwaffen ein. Im Sektor Summa, der weiterhin den Schwerpunkt bildete, wurden je Kilometer Frontbreite 72 ArtilleriegeschĂŒtze und 40 Panzer verwendet.cite-ref-53[53]

Mannerheim fĂŒhrte mit seiner einzigen kampferfahrenen Reservedivision einen Gegenangriff. Dieses Vorhaben derjenigen Einheit, die noch im Vorjahr Summa erfolgreich verteidigt hatte, schlug allerdings fehl. Als mögliche GrĂŒnde werden Munitionsmangel und ein Zögern Mannerheims zum Gegenangriff diskutiert. Infolgedessen zogen sich die finnischen Truppen vom 15. Februar an auf die mittlere Linie ihrer Befestigungen zurĂŒck. Dies gelang weitgehend geordnet, weil eine aktive Verfolgung durch die sowjetische Seite ausblieb. Der Durchbruch wird generell als der militĂ€rische Wendepunkt des Krieges gesehen. Trotzdem kritisierte Timoschenko den Mangel an Koordination, der noch in der Truppe geherrscht habe. Er fĂŒhrte dies auf den Mangel an ausgebildeten Offizieren zurĂŒck. Um dieses Problem zu mildern, wurden die Regimentskommandeure angewiesen, das Kommando von mobilen Befehlsposten aus zu fĂŒhren.cite-ref-offensive-51-2[51]

Am 19. Februar gelang es den sowjetischen Truppen, auch die mittleren Stellungen der Finnen zu durchbrechen. Ein Gegenangriff einer Reservedivision wurde durch die Bombardierung von deren Verkehrswegen verhindert. Zudem waren die Finnen auch strategisch durch das VorrĂŒcken eines sowjetischen Korps auf Viipuri ĂŒber die dortige zugefrorene Bucht bedroht. Daraufhin zogen sich die Finnen am 20. Februar auf die rĂŒckwĂ€rtigen Befestigungen der Mannerheim-Linie zurĂŒck.cite-ref-54[54] Am 25. Februar brachen die sowjetischen Truppen auch durch diese kaum ausgebauten Stellungen. Tags darauf setzte das finnische Oberkommando erstmals 15 Panzer zu einem Gegenangriff ein. Die Fahrzeuge britischer Fertigung vom Typ Vickers waren aber den sowjetischen Modellen technisch unterlegen. Ihr Einsatz wurde zur Katastrophe, denn die GerĂ€usche der Fahrzeuge lösten in den eigenen Reihen Panik aus, da sie fĂŒr sowjetische Panzer gehalten wurden. Nachdem Timoschenko seine Frontdivision durch frische Einheiten ersetzt hatte, befahl er die Fortsetzung des Angriffs auf breiter Front am 28. Februar.cite-ref-upton110-122-55-0[55]

WĂ€hrend der zweiten sowjetischen Großoffensive offenbarten sich die SchwĂ€chen der finnischen Verteidigung an der Landenge. Die starke Konzentrierung auf die Mannerheim-Linie machte die Truppen unbeweglich. Da sich hinter der Linie kaum noch Befestigungen befanden, bestand kein Spielraum fĂŒr ein ZurĂŒckweichen. So war den finnischen Offizieren in der Ausbildung eingeschĂ€rft worden, dass verlorene Stellungen durch Gegenangriffe zurĂŒckzuerobern seien. Diese Strategie wurde spĂ€ter dafĂŒr kritisiert, die Verluste unnötig erhöht zu haben.cite-ref-56[56]

Timoschenko bemerkte allerdings, dass ein Hauptziel der Offensive gegen die Befestigungen nicht erreicht worden war: Der Roten Armee war es nicht gelungen, grĂ¶ĂŸere finnische Truppenteile einzuschließen und somit die finnische Armee im Feld zu vernichten. Nachdem sie die Mannerheim-Linie ĂŒberwunden hatte, verstĂ€rkte die Rote Armee ihren Angriff auf das eigentliche Ziel der Offensive: die Stadt Viipuri. Sie wurde von den sowjetischen Truppen sowohl von Land als auch von der See her am 1. MĂ€rz eingeschlossen.cite-ref-upton110-122-55-1[55]

Am 2. MĂ€rz 1940 erfolgte ein schwerer Luftangriff auf Tampere mit ĂŒber 100 Flugzeugen, ebenso ein Großangriff auf Lahti, bei dem 70 HĂ€user vollstĂ€ndig zerstört wurden.cite-ref-57[57]

Den sowjetischen Truppen gelang es, ein ganzes SchĂŒtzenkorps, eine Panzerbrigade und Kavallerie ĂŒber den gefrorenen Finnischen Meerbusen an die Stadt heranzubringen. Ebenso fĂŒhrte die Baltische Flotte zahlreiche kleinere amphibische Landungsunternehmen an der finnischen KĂŒste durch. Diese Angriffe erfĂŒllten ihr Ziel, nĂ€mlich finnische Reserven von der Front um Viipuri abzuziehen.cite-ref-58[58]

Die vollstĂ€ndige Eroberung Viipuris gelang den sowjetischen Truppen allerdings nicht. Am Tag des Friedensschlusses, dem 13. MĂ€rz 1940, waren sowjetische Einheiten bis ins Zentrum der Stadt vorgedrungen, doch konnten sie den finnischen Widerstand in der Stadt nicht brechen. Den eigentlichen Plan, eine schnelle Eroberung von Viipuri bis zum 7. MĂ€rz, konnten sie nicht erfĂŒllen. Die militĂ€rische Situation der Finnen war aber nach dem Durchbruch so prekĂ€r, dass sich die finnische Regierung mehr und mehr gezwungen sah, Friedensverhandlungen aufzunehmen.cite-ref-59[59]

UnterstĂŒtzung durch das Ausland

Die öffentliche Meinung bekannte sich in vielen Staaten zur UnterstĂŒtzung Finnlands. In den Vereinigten Staaten wurden Demonstrationen als Ausdruck der SolidaritĂ€t mit Finnland gehalten und Benefizkonzerte gegeben. Der amerikanische PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt rief ein „moralisches Embargo“ auf den Handel mit der Sowjetunion aus, so dass der Handel von Januar 1940 bis zum 21. Januar 1941 eingestellt wurde. Die diplomatische Brandmarkung der Sowjetunion durch den Ausschluss aus dem Völkerbund stellte dabei die Spitze der diplomatischen BemĂŒhungen dar. Dies blieb fĂŒr den Kriegsverlauf aber folgenlos, da die Frage von Sanktionen der Mitgliedsstaaten gegen die UdSSR nicht einmal zur Sprache kam. Die Wirkungskraft des Beschlusses wurde auch dadurch geschwĂ€cht, dass die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Sitzung ferngeblieben waren. So wurde der Beschluss nur durch sieben von insgesamt fĂŒnfzehn Mitgliedern gefasst. Die Sowjetunion selbst ließ der Ausschluss unbeeindruckt. Sie war dem Völkerbund erst 1934 in erster Linie mit dem Ziel beigetreten, sich vor dem erstarkenden Deutschland zu schĂŒtzen; dieser Zweck war jedoch mit dem Hitler-Stalin-Pakt scheinbar obsolet geworden. FĂŒr den Niedergang des politischen Einflusses des Völkerbunds war die Entscheidung bezĂŒglich des Krieges nicht maßgeblich: Er war durch den Mitgliederschwund in den dreißiger Jahren, unter anderem den Austritt Deutschlands, Japans und Italiens, bereits entscheidend geschwĂ€cht. Im Hinblick auf das Versagen des Völkerbundes, die aggressive Politik dieser drei Staaten einzudĂ€mmen, konnte das Vorgehen gegen die Sowjetunion sein Prestige auch nicht wiederherstellen.cite-ref-ausland-60-0[60]

Zahlreiche Nationen unterstĂŒtzten Finnland aber in gewissem Maß materiell. Der grĂ¶ĂŸte Beitrag wurde hierbei von Schweden geleistet. Zwar konnte Finnland die schwedische Regierung, die auf der NeutralitĂ€t bestand, nicht zu einem aktiven Eingreifen in den Krieg bewegen, jedoch gestattete Schweden es, dass 8000 schwedische Freiwillige in der finnischen Armee dienten. Diese Einheiten griffen zum Ende des Krieges in die Gefechte ein. 33 schwedische Staatsangehörige fanden dabei den Tod, 185 wurden verletzt. Insbesondere ein Kontingent an schwedischen Piloten erwies sich fĂŒr die finnischen StreitkrĂ€fte als besonders wertvoll. Entscheidender war aber die Lieferung von Waffen und AusrĂŒstung: Das Nachbarland lieferte an die Finnen unter anderem 77.000 Gewehre, große Mengen an Munition und auch FlugabwehrgeschĂŒtze.cite-ref-ausland-60-1[60]

Andere Kontingente umfassten 1000 DĂ€nen und 800 Norweger, 230 US-Amerikaner und 150 Italiener. Diese Einheiten kamen aber zu spĂ€t in Finnland an, als dass sie noch an den KĂ€mpfen beteiligt gewesen wĂ€ren. Ungarn stellte noch eine vergleichsweise große Zahl von 5000 Mann in Aussicht, aber davon kamen nur 450 vor dem Friedensschluss in Finnland an und auch sie kamen nicht mehr zum Einsatz. Die Vereinigten Staaten stellten Finnland darĂŒber hinaus einen Kredit von zehn Millionen US-Dollar zur VerfĂŒgung. Sie weigerten sich allerdings unter Berufung auf die Cash-and-carry-Klausel, direkt Waffen nach Finnland zu liefern. Die finnische Regierung konnte aber ĂŒber den Ankauf von Nahrungsmitteln das Geld fĂŒr WaffenkĂ€ufe einsetzen. Auch diese Lieferungen trafen nicht mehr vor Kriegsende an der Front ein.cite-ref-ausland-60-2[60]

Ebenso wurde die finnische Luftwaffe durch Flugzeuge aus dem Ausland verstĂ€rkt. Die bedeutendste Lieferung kam aus Frankreich in Form von 30 Morane-Saulnier-MS.406-Jagdflugzeugen. Das Vereinigte Königreich schickte 30 veraltete Gloster-Gladiator-Doppeldecker. Italien stellte 17 moderne Bomber des Typs Fiat BR.20 zur VerfĂŒgung. Diese Lieferungen stockten die kleine finnische Luftwaffe zwar auf, sie blieben aber in ihrer Wirkung marginal und Ă€nderten wenig an der materiellen Überlegenheit der sowjetischen Luftwaffe. Die Mehrzahl der 800 verlorenen Flugzeuge der sowjetischen StreitkrĂ€fte wurde durch finnische FlugabwehrgeschĂŒtze abgeschossen.cite-ref-61[61]

Die französischen Materiallieferungen begannen am 20. Dezember 1939. Am 19. MĂ€rz 1940 sprach Édouard Daladier in der französischen Abgeordnetenkammer von 175 Flugzeugen, 430 Kanonen, 700.000 Granaten, 5.000 MG und 20 Millionen StĂŒck Gewehrmunition die geliefert wurden. Es gibt Historiker, die diese fĂŒr die öffentliche Meinung bestimmten Angaben fĂŒr ĂŒbertrieben halten.cite-ref-62[62]

Große Hoffnungen setzte die finnische Seite in den Erhalt unmittelbarer militĂ€rischer UnterstĂŒtzung aus Westeuropa. Frankreich und Großbritannien signalisierten bereits am 19. Dezember 1939 die Möglichkeit, starke HilfsverbĂ€nde nach Finnland zu entsenden. Die Bedeutung und die VerfĂŒgbarkeit solcher Hilfe blieb fĂŒr Finnland jedoch bestĂ€ndig im Dunkeln. Schweden und Norwegen hatten sehr deutlich gemacht, dass sie den Durchmarsch fremder Armeen nicht erlauben wĂŒrden. Es hĂ€tte außerdem rund drei Monate gedauert, die Truppen ĂŒber Norwegen und Schweden heranzubringen und die notwendige Infrastruktur fĂŒr ihre Versorgung aufzubauen. Die Westalliierten hatten ein erkennbares Interesse an der Fortsetzung der KriegsaktivitĂ€ten im Norden. Durch eine Intervention in Skandinavien erhofften sie sich, den militĂ€rischen Druck auf den Kriegsgegner Deutschland zu erhöhen. Besonders verlockend erschien ein mögliches Abschneiden der Erzgebiete im nordschwedischen Kiruna von den deutschen Nachschubwegen.cite-ref-63[63] Als der französische Außenminister Édouard Daladier den Finnen im Februar 1940 ein Expeditionskorps von 50.000 Soldaten versprach, fasste der britische General Henry Royds Pownall diese Offerten wie folgt zusammen:

„Von den vier oder fĂŒnf Divisionen, die vielleicht ĂŒber die Nordsee gesandt worden wĂ€ren, war nicht eine fĂŒr Finnland bestimmt – vielleicht ein oder zwei Brigaden, wenn sie GlĂŒck hatten [
] Der Rest war einfach dazu bestimmt, die Eisenerzminen zu besetzen und zu halten und Schweden und Norwegen zu unterstĂŒtzen. Es ist wirklich ein höchst unehrliches GeschĂ€ft.“cite-ref-64[64]

Am 3. MĂ€rz 1940 stellte die britische Regierung den Finnen eine Eingreiftruppe von rund 12.500 Mann in Aussicht, die aber bestenfalls erst im April hĂ€tte ankommen können. Die finnische Regierung fĂŒhlte sich durch das dauernde Taktieren getĂ€uscht und verlor auch vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Tschechoslowakei und in Polen das Vertrauen in ein Eingreifen der WestmĂ€chte. Schließlich stellte sich die militĂ€rische Lage Anfang MĂ€rz fĂŒr Finnland bereits so dramatisch dar, dass westliche Hilfe nach EinschĂ€tzung des finnischen Oberkommandos jedenfalls zu spĂ€t gekommen wĂ€re.cite-ref-upton122-148-65-0[65]

Der finnische MilitĂ€rhistoriker Pasi Tuunainen geht hingegen davon aus, dass der drohende Einsatz eines britisch-französischen Korps der entscheidende Beweggrund fĂŒr Stalin war, sich auf Friedensverhandlungen einzulassen. Eine Rolle habe auch die bevorstehende Schlammsaison gespielt, in der sowohl das sowjetische Korps bei Wyborg als auch die Invasionsstreitmacht insgesamt hĂ€tte abgeschnitten werden können.cite-ref-66[66]

Der Weg zum Frieden

Nachdem die Vorkriegsverhandlungen abgebrochen worden waren, bestanden zwischen den beiden kriegfĂŒhrenden Staaten keine offiziellen diplomatischen Verbindungen mehr. Die finnische Regierung war hinsichtlich der Notwendigkeit eines schnellen Friedensschlusses gespalten. Die Siege an der nördlichen Front und das Halten der Mannerheim-Linie verfĂŒhrten weite Teile der Politik, des MilitĂ€rs und der Medien zu der Vorstellung, der Krieg sei zu gewinnen. Eine treibende Kraft hinter den FriedensbemĂŒhungen war der ehemalige ChefunterhĂ€ndler Juho Kusti Paasikivi, der sich keinen Illusionen hingab:

„Unsere Siege werden entsetzlich groß erachtet, und von unserem Blickwinkel aus sind sie herrlich. Sie haben aber keine Auswirkung auf das endgĂŒltige Ergebnis. Angesichts der Macht des riesigen russischen Staates haben diese Niederlagen keine Bedeutung.“cite-ref-67[67]

Am 10. Januar öffnete die finnische Regierung unter MinisterprĂ€sident Risto Ryti ĂŒber die sowjetische Botschafterin in Stockholm, Alexandra Kollontai, einen ersten Kanal zu sowjetischen Stellen. Ende des Monats signalisierte Moskau die Bereitschaft, mit der Regierung Rytis einen Frieden zu schließen. Damit wurde gleichzeitig die von Moskau installierte Gegenregierung unter Kuusinen fallengelassen. Am 12. Februar erhielt die finnische Seite erstmals Kenntnis von den von der sowjetischen Regierung aufgestellten Bedingungen. Sie beinhalteten Gebietsabtretungen, die deutlich ĂŒber die von den Finnen vor dem Krieg abgelehnten Forderungen hinausgingen. Zwar wurden die Bedingungen zunĂ€chst mit BestĂŒrzung aufgenommen, jedoch zwang die sich rasch verschlechternde militĂ€rische Lage zum Handeln. Am 28. Februar beriet Ryti mit Mannerheim, der feststellte, der Frieden mĂŒsse sehr bald, zur Not auch unter harten Bedingungen, geschlossen werden.cite-ref-68[68]

Am 8. MĂ€rz traf eine offizielle finnische Delegation unter FĂŒhrung von Ryti und Paasikivi in Moskau ein. Auf sowjetischer Seite fĂŒhrte Molotow die GesprĂ€che, Stalin selbst nahm an ihnen nicht teil. Zu ZugestĂ€ndnissen zeigte sich die sowjetische Seite nicht bereit, stattdessen wurden noch einmal leicht verschĂ€rfte Bedingungen gestellt. Die finnische Seite zögerte noch, jedoch teilte die militĂ€rische FĂŒhrung am 9. MĂ€rz mit, dass die StĂ€rke der erschöpften Bataillone an der Landenge meist kaum noch 250 Mann betrug und an der Front der völlige Zusammenbruch drohte. Dieser Situationsbericht gab den Ausschlag. Am 13. MĂ€rz unterzeichnete die Delegation den Friedensvertrag von Moskau, der am selben Tag um 12:00 Uhr die Kampfhandlungen zwischen beiden Staaten beendete.cite-ref-69[69]

Folgen

Gebietsabtretungen

Durch den Friedensvertrag verlor Finnland große Teile Kareliens, darunter die gesamte Landenge und große Gebiete nördlich des Ladogasees. Die neue finnische SĂŒdostgrenze folgte im Wesentlichen der Grenze des Friedens von Nystad von 1721. Es handelte sich bei dem abgetretenen Gebiet also weitgehend um dieselben Gebiete, die 1721 von Schweden an Russland abgetreten und 1812 als Teil des sogenannten Altfinnlands durch Zar Alexander I. wieder an das GroßfĂŒrstentum Finnland angegliedert worden waren. Die abgetretenen Gebiete waren deutlich grĂ¶ĂŸer als die ursprĂŒnglich von der Sowjetunion vor dem Krieg geforderten.

Die finnische Wirtschaft und Gesellschaft wurden durch diesen Verlust hart getroffen. Rund 420.000 Finnen flohen aus den verlorenen Gebieten und mussten von staatlicher Seite bei einer Neuansiedlung unterstĂŒtzt werden. Mit den abgetretenen Gebieten verlor das Land rund zehn Prozent seiner Agrarwirtschaft und Industrie.cite-ref-auswirkungenfin-70-0[70]

Weiterhin abgetreten werden mussten zahlreiche strategisch wichtige Inseln im Finnischen Meerbusen sowie die Fischerhalbinsel am Nordmeer. Die Halbinsel Hanko in SĂŒdwestfinnland wurde fĂŒr dreißig Jahre an die Sowjetunion als FlottenstĂŒtzpunkt verpachtet (Pachtgebiet Hanko). Außerdem musste Finnland sich bereit erklĂ€ren, eine Eisenbahnverbindung zwischen der schwedischen Grenze bei Tornio und Murmansk zu bauen und zu betreiben. Ein militĂ€risches BĂŒndnis verlangten die sowjetischen UnterhĂ€ndler im Gegensatz zu 1939 nicht mehr. Damit war die ursprĂŒnglich beabsichtigte militĂ€rische und gegebenenfalls auch politische Integration der Finnen in das kommunistische System gegenstandslos geworden.cite-ref-upton122-148-65-1[65]

Der Friedensvertrag löste in der finnischen Bevölkerung und weiten politischen Kreisen, die nicht im Detail ĂŒber die verheerende militĂ€rische Lage informiert gewesen waren, Entsetzen aus. Am 13. MĂ€rz wurde im ganzen Land Trauerbeflaggung gehisst. Der finnische PrĂ€sident Kyösti Kallio erklĂ€rte, unmittelbar nachdem er die Ratifizierung des Friedensvertrages unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt hatte, verbittert:

”Kuivukoon kĂ€teni, joka on pakotettu tĂ€llaisen paperin allekirjoittamaan.”

„Möge meine Hand verdorren, die gezwungen ist, ein derartiges Papier zu unterschreiben.“cite-ref-71[71]

Die Sowjetunion integrierte die abgetretenen Gebiete in die neugegrĂŒndete Karelo-Finnische SSR, deren Vorsitz der einstige Chef der kommunistischen Gegenregierung Kuusinen ĂŒbernahm. Die Annexionen verstĂ€rkten die sowjetische Verteidigungsposition gegenĂŒber Finnland und gegenĂŒber Seeangriffen aus der Ostsee. Als Deutschland im Juni 1941 die Sowjetunion angriff, erfolgte der deutsche Hauptstoß von Westen und nicht ĂŒber Skandinavien, so dass die Annexionen aus der militĂ€rischen Perspektive keinen Vorteil fĂŒr die Verteidigung der Sowjetunion bedeuteten.cite-ref-72[72]

Kriegsopfer

Die Verluste der Roten Armee wurden in den offiziellen Zahlen nach dem Krieg mit rund 48.000 Toten und rund 159.000 Verwundeten und Kranken angegeben. Diese Zahlen sind sowohl in der westlichen wie in der russischen Literatur umstritten. Russische Quellen gehen heute von rund 127.000 Toten und Vermissten sowie 265.000 Verwundeten und Kranken aus. Finnische Historiker nehmen noch höhere Zahlen an: rund 230.000–270.000 Tote und 200.000–300.000 Verwundete und Kranke, ein großer Teil davon durch Erfrierungen und mangelnde Versorgung mit Kleidung und Nahrungsmitteln. Ungewiss ist das Schicksal von rund 5.000 repatriierten sowjetischen Kriegsgefangenen. In westlichen Quellen wird der Verdacht geĂ€ußert, sie seien nach dem Kriege grĂ¶ĂŸtenteils in Lagern des NKWD ermordet worden.cite-ref-73[73]

Ein sowjetischer Offizier Ă€ußerte sich ĂŒber das Kampfgebiet in Karelien nach dem Krieg:

„Die Tatsache, dass im folgenden FrĂŒhjahr und Sommer, als der Schnee zu schmelzen begann, viele Leichen unserer Soldaten aus den SĂŒmpfen und Seen geborgen wurden, ist nicht in den offiziellen Kriegsberichten erwĂ€hnt. Die Überlebenden pflegten scherzhaft zu sagen, dass das Land, das wir den Finnen nahmen, gerade ausreichte, um unsere wĂ€hrend des Feldzugs gefallenen Offiziere und Soldaten zu begraben.“cite-ref-74[74]

Die Verluste der finnischen StreitkrĂ€fte wurden von finnischer Seite nach dem Krieg mit rund 25.000 Toten und rund 43.500 Verwundeten angegeben.cite-ref-75[75] Die FĂŒhrung der Roten Armee gab an, die Finnen hĂ€tten zwischen 60.000 und 85.000 Todesopfer und 250.000 Verwundete zu beklagen.cite-ref-76[76] Die finnische Geschichtswissenschaft zĂ€hlt heute 26.662 gefallene Soldaten.cite-ref-77[77] Die sowjetischen Bombenangriffe auf zivile Ziele forderten rund 900 Todesopfer und rund 1.800 Verwundete unter der Zivilbevölkerung. Die wirtschaftlichen SchĂ€den durch die Luftoffensive behinderten aber die Kriegsanstrengungen der finnischen Seite nur marginal.cite-ref-auswirkungenfin-70-1[70]

Reform der sowjetischen StreitkrÀfte

Infolge der geringen Leistung und hohen Verluste der Roten Armee wurde deren Ruf bei den GroßmĂ€chten desavouiert, infolgedessen wurde sie unterschĂ€tzt. Ein interner Bericht der deutschen Wehrmacht konstatierte, dass die sowjetischen StreitkrĂ€fte gegen eine moderne und gut gefĂŒhrte Armee chancenlos seien. Es wird angenommen, dass diese UmstĂ€nde die Bereitschaft Hitlers zum Angriff auf die UdSSR weiter steigerten. Auch im westlichen Lager litt der Ruf der Roten Armee. Als die Sowjetunion 1941 von Deutschland ĂŒberfallen wurde, schĂ€tzte der US-General George C. Marshall in einem Bericht an den PrĂ€sidenten Roosevelt, die Sowjetunion werde binnen drei Monaten zusammenbrechen. Britische SchĂ€tzungen aus dieser Zeit sprachen sogar von nur zwei Monaten.cite-ref-78[78]

Die sowjetische MilitĂ€rfĂŒhrung reagierte auf den Krieg mit Versuchen, die LeistungsfĂ€higkeit der Armee zu erhöhen. Es kam auch zu einem personellen Wechsel an der Spitze, als Stalin Woroschilow als Volkskommissar fĂŒr Verteidigung durch Timoschenko ersetzte. In diesem Zuge wurden die letzten Überbleibsel der Idee einer sozialistischen Armee getilgt und der Schaffung der Disziplin durch Drill und autoritĂ€re FĂŒhrung mehr Raum gegeben. Um das Offizierskorps weiter zu stĂ€rken, wurde der Einfluss der Politoffiziere zurĂŒckgefahren und ein neues Beförderungssystem eingefĂŒhrt, das Leistung mehr entlohnen sollte. Die AutoritĂ€t der Offiziere im Feld sollte in den neuen Dienstvorschriften durch grĂ¶ĂŸere Privilegien wie einen eigenen Unterstand und bessere Kost gegenĂŒber den Mannschaften gestĂ€rkt werden. Die Offiziere erhielten außerdem das Recht, ĂŒber ihre Untergebenen selbststĂ€ndig Strafmaßnahmen zu verhĂ€ngen. Um die AutoritĂ€t der TruppenfĂŒhrer noch weiter zu stĂ€rken, fĂŒhrte die Rote Armee nach dem Winterkrieg Generals- und AdmiralsrĂ€nge ein.cite-ref-79[79]

Im Bereich von Strategie und Taktik sprachen sich Stalin und sein neuer Volkskommissar fĂŒr eine Abkehr vom Bewegungskrieg des Russischen BĂŒrgerkriegs aus und proklamierten eine eher statische KriegsfĂŒhrung. Stalin war trotz der Fortschritte der kombinierten Waffen und des deutschen „Blitzkriegs“ davon ĂŒberzeugt, dass ein kommender Krieg zwischen den GroßmĂ€chten sich als Stellungskrieg abspielen werde. Ob der Winterkrieg die KampffĂ€higkeit der Roten Armee bis zum Angriff der deutschen Armee insgesamt durch die Reformen gestĂ€rkt oder durch die Verluste geschwĂ€cht hat, ist unter Historikern bisher umstritten.cite-ref-80[80]

Auswirkungen in Finnland

Nach dem Krieg hatte Finnland mit massiven Problemen zu kĂ€mpfen. Die FlĂŒchtlingsströme aus den abgetretenen Gebieten fĂŒhrten zu inneren Spannungen und wirtschaftlichen EngpĂ€ssen. Die durch WaffenkĂ€ufe und Kredite gestiegene Auslandsverschuldung hatte einen negativen Effekt auf den finnischen Staatshaushalt und dessen Möglichkeiten, die Krise zu kompensieren. Die territorialen Verluste verschlimmerten auch die militĂ€rische Lage. Eine Verteidigung des Landes gegen einen neuerlichen sowjetischen Angriff wĂ€re weitaus schwieriger geworden. Infolgedessen leitete die finnische Regierung eine Politik der AufrĂŒstung ein. Die Armee wurde auf 400.000 Mann in etwa verdoppelt und auf eine schnellere Mobilisierung und höhere Bereitschaft ausgelegt.cite-ref-auswirkungenfin-70-2[70]

Andererseits half das Erlebnis der gemeinsamen Bedrohung und das wĂ€hrend des Krieges immer wieder beschworene Thema der nationalen Einheit, die inneren ZerwĂŒrfnisse infolge des BĂŒrgerkrieges von 1918 zu ĂŒberwinden. Die Verwundbarkeit des Landes war den Finnen ebenso deutlich vor Augen gefĂŒhrt worden wie die Tatsache, dass Finnland sich gegen einen sowjetischen Angriff nicht dauerhaft allein verteidigen konnte.cite-ref-81[81] Die diplomatischen GeplĂ€nkel um eine alliierte Intervention waren nicht geeignet, Vertrauen in eine Zusammenarbeit mit den WestmĂ€chten zu schaffen. So versuchten die Finnen, sich einerseits in Skandinavien VerbĂŒndete zu suchen und sich andererseits wieder an Deutschland anzunĂ€hern. Ersteres wurde nach der Intervention deutscher Truppen in Skandinavien („Unternehmen WeserĂŒbung“) mit der Besetzung DĂ€nemarks und Norwegens unmöglich. Die Zusammenarbeit mit Deutschland wurde dagegen schon bald RealitĂ€t und mĂŒndete im Juni 1941 in der Beteiligung Finnlands am deutschen Angriff auf die Sowjetunion und dem Beginn des finnisch-sowjetischen Fortsetzungskrieges.cite-ref-auswirkungenfin-70-3[70]

Bewertungen

Der Winterkrieg hat in der Geschichtsschreibung zwei vollkommen gegensĂ€tzliche Bewertungen erfahren. In der Sowjetunion und den mit ihr verbĂŒndeten Staaten wurde das sowjetische Vorgehen als legitime Wahrnehmung der geostrategischen Interessen und als Sicherung der militĂ€rstrategischen Lage Leningrads betrachtet. Leningrad, das nur 50 Kilometer von der alten finnischen Grenze entfernt lag, sei einem Angriff von finnischem Boden aus schutzlos ausgeliefert gewesen. Finnland habe unter dem Einfluss sowohl der westlichen MĂ€chte als auch des nationalsozialistischen deutschen Imperialismus gestanden und hĂ€tte daher einen wichtigen Aufmarschraum im Falle eines Krieges gegen die Sowjetunion dargestellt.cite-ref-82[82] Nach dieser Bewertung hĂ€tte der Krieg durch angemessene ZugestĂ€ndnisse der finnischen Regierung vermieden werden können. Auch finnische Historiker mit prosowjetischer Einstellung haben sich in der Nachkriegszeit dieser Bewertung angeschlossen.

Die finnische und westliche Geschichtsschreibung hĂ€lt den Angriff der Sowjetunion dagegen fĂŒr den Ausdruck einer imperialistischen Politik Stalins und Molotows. Ein Einlenken in den Verhandlungen des Herbstes 1939 hĂ€tte nach dieser Ansicht die Stellung Finnlands entscheidend geschwĂ€cht und das Land neuen Gefahren ausgesetzt. Hier wird insbesondere darauf verwiesen, dass, nachdem der Krieg begonnen hatte, Stalin nachweislich zunĂ€chst das Ziel der vollstĂ€ndigen Besetzung Finnlands verfolgt habe.cite-ref-83[83]

Literatur

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‱ Max Jakobson: The Diplomacy of the Winter War: An Account of the Russo-Finnish War, 1939–1940. Cambridge 1961.
‱ Allan Sandström: Krieg unter der Mitternachtssonne – Finnlands Freiheitskampf 1939–1945. Leopold Stocker Verlag, Graz 1996, ISBN 3-7020-0747-4.
‱ William R. Trotter: A Frozen Hell. Algonquin Books, Chapell Hill 1991, ISBN 978-0-945575-22-1.
‱ Anthony Upton: Finland 1939–40. Newark 1974.
‱ Carl van Dyke: The Soviet Invasion of Finland 1939–40. Frank Cass Publishers, London, Portland 1997, ISBN 0-7146-4753-5.
‱ Pentti Virrankoski: Suomen historia 2. SKS, Helsinki 2001, ISBN 951-746-342-1.

Weblinks

Commons

: Winterkrieg

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Webseite des Finnischen Verteidigungsministeriums zum Winterkrieg (englisch)
‱ Benjamin Fredrich: Die Sonderstellung Finnlands wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs. In: eKritik.de. Archiviert vom Original am 11. MĂ€rz 2019; abgerufen am 8. Januar 2025.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ William R. Trotter: A Frozen Hell. Algonquin Books, Chapell Hill 1991, S. 3–12.
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cite-note-33. ↑ Pentti Virrankoski: Suomen historia 2. Helsinki 2001, S. 782.
cite-note-44. ↑ Virrankoski, S. 782 f. und 854 f.
cite-note-55. ↑ Virrankoski, S. 823 f.
cite-note-66. ↑ Zitat nach Virrankoski, S. 857. Originaltext: ”IsĂ€nmaallinen henki, jonka merkkinĂ€ on puolustustahto ja pÀÀtös seisoa yhtenĂ€ miehenĂ€ rivissĂ€, jos tĂ€tĂ€ maata on kerran puolustettava, siinĂ€ kaikki mitĂ€ vaadimme, eikĂ€ meidĂ€n tarvitse enÀÀ kysyĂ€, missĂ€ kukin oli viisitoista vuotta sitten.”
cite-note-ausgangsow-77. ↑ Carl van Dyke: The Soviet Invasion of Finland 1939–40. London/Portland 1997, S. 13 ff.
cite-note-88. ↑ Van Dyke, S. 1, 8 f., 14 ff.
cite-note-verhandlungen-99. ↑ Van Dyke, S. 19 f.
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cite-note-3232. ↑ Upton, S. 62–70; van Dyke, S. 8 f., 60, 72; Trotter, S. 61; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 316.
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cite-note-3636. ↑ Pasi Tuunainen: The Finnish Army at War: Operations and Soldiers, 1939–45. In: Finland in World War II . Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-21433-0. S. 147 f.
cite-note-3737. ↑ Virrankoski, S. 871.
cite-note-3838. ↑ Virrankoski, S. 871 f. und 875.
cite-note-3939. ↑ Zitat aus Sodan lehdet, Ausgabe 5, 2001. Originalzitat: ”Kansa taistelee nyt vapautensa puolesta. Rintamalla taistelevat rinta rinnan niin työnantajat kuin työntekijĂ€t. Uskoni on, ettĂ€ ne verisiteet, jotka rintamalla solmitaan, tulevat myös lujittamaan ystĂ€vĂ€llisiĂ€ suhteita eri yhteiskuntapiirien vĂ€lillĂ€ rintaman takana.”
cite-note-4040. ↑ Zitat nach Martti Turtola, Risto Ryti. In: Matti Klinge (Hrsg.): Suomen kansallisbiografia 8. SKS, Helsinki 2006, ISBN 951-746-449-5, S. 453. Originalzitat: ”EpĂ€tasaisen taiselumme tulos ei voinut olla muu kuin Suomen hĂ€viö. Kysymys oli vain siitĂ€, kuinka kauan jaksaisimme puolustautua ja olisiko uudella hallituksella sinĂ€ lyhyenĂ€ aikana mahdollisuutta solmia rauha.”
cite-note-4141. ↑ Sinikka Wunsch: Image Research and the Enemy Image: The Soviet Union in Finnish Newspapers during the Winter War (November 30, 1939 – March 13, 1940), Oulu 2002, abgerufen am 7. Dezember 2007; van Dyke, S. 20 ff.
cite-note-4242. ↑ Übersetzung eines Zitats aus van Dyke S. 103; Originaltext in englischer Sprache: “The authority of the Red Army is a guarantee for the USSR's national security. If we struggle for a long time against such a weak opponent this will stimulate the anti-Soviet forces of the imperialists.”
cite-note-probleme-4343. ↑ Van Dyke, S. 45 ff., 65 ff., 78 f., 84 ff., 107 ff.; Upton, S. 62–70; van Dyke, S. 57 ff., 206 f.
cite-note-4444. ↑ Carl Van Dyke: The Soviet Invasion of Finland, 1939-40. Frank Cass 2005, S. 123.
cite-note-4545. ↑ Van Dyke, S. 45 ff., 65 ff., 78 f., 84 ff., 107 ff.; Upton, S. 62–70; van Dyke, S. 57 ff., 206 f.; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 327.
cite-note-4646. ↑ Van Dyke, S. 47 ff., 65 ff., 78 ff.; Upton, S. 59; Trotter, S. 187–193.
cite-note-4747. ↑ Van Dyke, S. 47 ff., 65 ff., 78 ff.; Trotter, S. 54.
cite-note-neuplan-4848. ↑ Upton, S. 110–120; van Dyke, S. 108 f., 138, 152 ff., 198.
cite-note-4949. ↑ Upton, S. 110–120; van Dyke, S. 108 f., 138, 152 ff., 198; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 316.
cite-note-501. Rainer Göpfert, Rolf Jakob: Der finnische Winterkrieg. in Fliegerrevue Extra Nr. 11, Möller, 2005, S. 46 und 47.
cite-note-offensive-5151. ↑ Upton, S. 107–112; van Dyke, S. 138 ff.; S. 145 ff.
cite-note-5252. ↑ Wiedergabe nach Trotter, S. 120.
cite-note-5353. ↑ Pasi Tuunainen: The Finnish Army at War: Operations and Soldiers, 1939–45. In: Finland in World War II . Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-21433-0. S. 149.
cite-note-5454. ↑ Pasi Tuunainen: The Finnish Army at War: Operations and Soldiers, 1939–45. In: Finland in World War II . Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-21433-0. S. 150.
cite-note-upton110-122-5555. ↑ Upton, S. 110–122; van Dyke, S. 163 ff.; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 319.
cite-note-5656. ↑ Virrankoski, S. 862.
cite-note-5757. ↑ lysator.liu.se
cite-note-5858. ↑ Upton, S. 110–122; van Dyke, S. 163 ff.; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 315 f.
cite-note-5959. ↑ Upton, S. 110–122; van Dyke, S. 163 ff.
cite-note-ausland-6060. ↑ Internetquelle in englischer Sprache (Memento des Originals vom 27. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.winterwar.com abgerufen am 7. Dezember 2007; Trotter, S. 190–202; Upton: S. 16, 19, 72 f.; Thomas Munch-Petersen: Britain and the outbreak of the Winter War in Robert Bohn: NeutralitĂ€t und totalitĂ€re Aggression: Nordeuropa und die GrossmĂ€chte im Zweiten Weltkrieg, Stuttgart 1991, S. 85–86; George Scott: The Rise and Fall of the League of Nations, London 1973, S. 398 ff.
cite-note-6161. ↑ Trotter, S. 190–202.
cite-note-6262. ↑ Heinrich Bartel: Frankreich und die Sowjetunion 1938–1940. Stuttgart 1986, S. 312 f.
cite-note-6363. ↑ Virrankoski, S. 884; Hans-Joachim Lorbeer: WestmĂ€chte gegen die Sowjetunion 1939–1941, Freiburg 1975, S. 58 ff.
cite-note-6464. ↑ Übersetzung eines Zitats von Pownall nach Upton, S. 145; Originaltext in englischer Sprache: “of the four or five divisions that might have been sent across the North Sea not one division was intended for Finland – perhaps a brigade or two if they were lucky [
] The rest were simply intended for occupying and holding the iron-ore mines and for the support of Norway and Finland. It is really a most dishonest business.”
cite-note-upton122-148-6565. ↑ Upton, S. 122–148.
cite-note-6666. ↑ Pasi Tuunainen: The Finnish Army at War: Operations and Soldiers, 1939–45. In: Finland in World War II . Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-21433-0. S. 150.
cite-note-6767. ↑ Übersetzung eines Zitates von Paasikivi in: Upton, S. 91; Originaltext in englischer Sprache: “our victories are considered tremendously great, and from our point of view they are magnificient, but they have no effect on the final result, since in view of the power of the huge Russian state, these defeats have no significance [
].”
cite-note-6868. ↑ Virrankoski, S. 884.
cite-note-6969. ↑ Virrankoski, S. 885 f.
cite-note-auswirkungenfin-7070. ↑ Upton, S. 155 ff.; Trotter, S. 263 f.; finnische Internetquelle in englischer Sprache, abgerufen am 7. Dezember 2007 (Memento des Originals vom 27. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.winterwar.com; deutsche Internetquelle zur finnischen Sicherheitspolitik abgerufen am 7. Dezember 2007.
cite-note-7171. ↑ zitiert nach Virrankoski, S. 886. Übersetzung durch den Verfasser.
cite-note-7272. ↑ Van Dyke, S. 191.
cite-note-7373. ↑ Van Dyke, S. 191; Trotter, S. 263 f.; G. F. KrivoĆĄeev (Hrsg.), Rossija i SSSR v vojnach XX veka. Poteri vooruĆŸennych sil. Statističeskoe issledovanie. (Memento vom 29. MĂ€rz 2010 im Internet Archive) (Russland und die UdSSR in den Kriegen des 20. Jahrhunderts. Verluste der StreitkrĂ€fte. Statistische Untersuchung.) Olma-Press, Moskau 2001, ISBN 5-224-01515-4, ISBN 978-5-224-01515-3, Tabelle 111.
cite-note-7474. ↑ Schilderung des Obersten G.I. Antonow Quelle: G.I. Antonow: Der Sowjetisch-Finnische Krieg in Basil Liddell Hart: Die Rote Armee, Bonn 1956, S. 100.
cite-note-7575. ↑ Carl Gustaf Mannerheim: The Memoirs of Marshal Mannerheim, New York 1954, S. 370.
cite-note-7676. ↑ Gene Keyes: Stalin’s Finland Fiasco: The Kuusinen Government Reconsidered, 1972, S. 38 (online).
cite-note-7777. ↑ Jari Leskinen, Antti Juutilainen (Hrsg.): Talvisodan pikkujĂ€ttilĂ€inen, WSOY, Porvoo 1999, S. 825.
cite-note-7878. ↑ van Dyke S. 189–194; Trotter, S. 264ff
cite-note-7979. ↑ Van Dyke, S. 199–213; Hans Gossens (Hrsg.): Die Geschichte des Großen VaterlĂ€ndischen Krieges der Sowjetunion. Band 1, Berlin 1962, S. 329.
cite-note-8080. ↑ Van Dyke, S. 199–213.
cite-note-8181. ↑ Virrankoski, S. 890–900.
cite-note-8282. ↑ Die Geschichte der UdSSR – Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1978, S. 382 f.
cite-note-8383. ↑ Virrankoski, S. 870 f. und 886 f.